Krönungsevangeliar des Heiligen Römischen Reiches - Gospels of the Holy Roman Empire

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472 Seiten 16 Kanontafeln und 4 ganzseitige Evangelistenbilder mit Goldschmuck. Entstehung:... mehr
Beschreibung "Krönungsevangeliar des Heiligen Römischen Reiches - Gospels of the Holy Roman Empire"

472 Seiten 16 Kanontafeln und 4 ganzseitige Evangelistenbilder mit Goldschmuck.
Entstehung: um das Jahr 795 wurde das Krönungsevangeliar in Aachen an der Palastschule Karls des Großen geschrieben und illuminiert. Es war von Anfang an als herausragendes Werk geplant: Ganz in goldener Tinte auf purpurgefärbten Seiten geschrieben, unterstrich es den Anspruch Karls, in der Tradition der römischen Cäsaren zu stehen (obwohl die Kaiserkrönung erst fünf Jahre später erfolgen sollte). Dem Urteil seiner Zeitgenossen und späterer Jahrhunderte gemäß, löste Karl diesen Anspruch voll und ganz ein. Das Unterpfand seiner Ambition aber ließ er sich bei seinem Tod 814 mit ins Grab legen. Man weiß bis heute nicht genau, wo sich das Grab Karls des Großen befindet. Insofern ist auch unbekannt, wo sich im Jahr 1000 die für die Handschrift so bedeutende legendenhafte Begebenheit abgespielt haben mag: Otto III. ließ nämlich das Grab öffnen und entdeckte den Codex auf den Knien des sitzend bestatteten Kaisers. Er entnahm das Buch – und legte damit den Grundstein zu dessen Aufstieg zu dem zentralen Buchkunstwerk des Reiches. Bei den Königskrönungen, die bis 1531 ausnahmslos in Aachen stattfanden, wurde das Buch der Überlieferung nach auf der ersten Seite des Johannesevangeliums aufgeschlagen, und der zukünftige König leistete seinen Schwur unter den Augen des Evangelisten Johannes auf die Worte »Im Anfang war das Wort«. Das Krönungsevangeliar kann mit Fug und Recht als das bedeutendste Buch des Mittelalters bezeichnet werden, denn es war spätestens seit dem 12. Jahrhundert bei jeder Krönung eines römischen-deutschen Königs anwesend, soweit wir wissen als »Schwurbibel« sogar zentraler Bestandteil der Zeremonie. Gemeinsam mit wenigen anderen Handschriften der Karlszeit wird das Krönungsevangeliar der sogenannten Palastschule zugerechnet. Im Gegensatz zur zeitgleich agierenden Hofschule ging es dieser Künstlergruppierung um die Wiederbelebung der hellenistischen Kunst: Die dargestellten Evangelisten sitzen antiken Philosophen gleichend in freiem Raum vor offenen Landschaften und Architekturelementen. Um ihren symbolischen und protokollarischen Gehalt zu unterstreichen, wurde die ursprünglich karolingische Handschrift um das Jahr 1500 mit einem gold- und edelsteinglänzenden Buchdeckel versehen, der es zu einem würdigen Bestandteil der Reichsinsignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation machte. Diese Reichsinsignien werden heute in der Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien aufbewahrt. Selbst nach Maßstäben imperialer Pracht ist der Einbanddeckel von herausragender Bedeutung und Schönheit. Hans von Reutlingen schuf um 1500 das teilweise vollplastische Relief, in dessen Mitte Gottvater thront, der die zu seinen Seiten dargestellte Verkündigung an Maria ins Werk setzt – einen der Schlüsselmomente des neutestamentlichen Heilsgeschehens. In den vier Ecken sind die Evangelisten mittels ihrer Symbole angebracht (in der Handschrift selbst wird auf dieses typisch mittelalterliche Visualisierungselement komplett verzichtet). Feinstes Maß- und Stabwerk umspielt die Figuren, jedes Detail ist ein Meisterwerk hochgotischer Goldschmiedekunst. Um den luxuriösen Eindruck noch zu erhöhen, wurden Edelsteine über den Deckel verteilt und in handgeschmiedeten Fassungen verankert. Besonders auffällig ist der große Saphir auf der Brust der Gottvatergestalt.

Faksimile + Kommentar. Jedes einzelne Blatt ist gemäß den Original-Blattkonturen gestanzt und in einzelnen Lagen von Hand auf fünf echte Doppelbünde geheftet und an Kopf- und Fußschnitt mit einem handumstochenen Kapitalband versehen. Die Schmuckplatte des Einbandes ist aus Kupfer, vernickelt, versilbert, vergoldet und von Hand patiniert; auf dem Einband befinden sich 19 Schmucksteine: Amethysten, Rauchquarze, ein Turmalin, Glassteine und ein synthetischer Saphir; die Rahmen sind mit Gravuren versehen, vergoldete Schließen und fünf vergoldete Buchknöpfe auf dem Rückdeckel des Faksimiles runden die Edition ab.

Format: 340 x 265 mm.
Verlag: München Faksimile Verlag
Bibliothek: Kunsthistorisches Museum, Wien
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